Date mit Überraschungen

Hallo liebe Leser meines Blogs,
nun sind ja doch ein paar Tage vergangen, seit ich das letzte Mal etwas in meinem Blog veröffentlicht habe und das bedeutet, es wird langsam Zeit, Euch, liebe Leser, wieder einmal mit meinen Lebensweisheiten zu beglücken.
Gestern hatte ich ein neues Date. Jawohl, die Datefreie Zeit wurde gestern beendet
Insofern will ich heute über genau dieses Date bloggen.

Dates sind grundsätzlich nicht wirklich kompliziert. Stimmt die Chemie, passen Pheromone und Rezeptoren zu einander, kann man eigentlich mehr oder weniger anstellen, was man will, das Date wird ein Erfolg werden.
Natürlich kann daraus durchaus der Umkehrschluss gezogen werden, passen Pheromone und Rezeptoren nicht zu einander, haben alle weiteren Bemühungen keinen Sinn. Ein Erfolg wird sich nicht einstellen.
Soweit die graue Theorie. In der Praxis gibt es jedoch einiges an Einfluss nehmenden Faktoren, die sich in irgendeiner Form auf die Chemietheorie auswirken.

So scheint es Erkenntnisse zu geben, denen zu Folge sich beispielsweise die Pille auf die sexuelle Wahrnehmung der Frauen auswirken soll. Ich hatte da vor kurzer Zeit einen interessanten Beitrag im TV gesehen.

Laienhaft ausgedrückt gaukelt die Pille dem weiblichen Körper mittels weiblicher Hormone vor, schwanger zu sein.
Die Natur hat es so eingerichtet, dass schwangere Frauen keine weiteren befruchtbaren Eizellen auf den Weg schicken, um so eine Doppel- oder sogar Dreifachschwangerschaft (ggf. von zwei oder mehr Erzeugern) zu verhindern.
So weit, so logisch.

Interessanterweise löst eine Schwangerschaft bei der betroffenen Frau nun aber auch eine Art Nestbautrieb aus, das heißt sie beginnt sich nach einem Versorger und Ernährer umzuschauen, völlig unabhängig davon, auf welchen Männertyp sie wirklich steht.
Erneut laienhaft ausgedrückt bedeutet das, Frauen, die mittels Pille verhüten suchen sich als potentielle Partner häufiger Männer, die sie spätestens dann nicht mehr lieben und begehren, wenn sie die Pille absetzen und nicht schwanger sind.
Wow, ich kann Eure vor Staunen weit aufgerissenen Augen förmlich vor mir sehen. Ja, manchmal staune ich selbst über all das, was ich so weiß.
Und ich kann sehen, wie Ihr jetzt darauf wartet, dass ich aus dem, was ich zuvor über Schwangerschaft und Östrogene geschrieben habe, alles entscheidende Tipps für ein Date ableite.
Aber sorry, kann ich nicht. Ich wollte einfach ein wenig klugscheißern und mit meinem Wissen protzen.
Natürlich kann man bestimmte Dinge tun, um die Abschwächung der Pheromone weniger intensiv werden zu lassen, aber gegen die Wirkung der Hormone in der Pille ist einfach kein Kraut gewachsen.
Natürlich kann man weniger verschwenderisch mit Wasser, Seife und Eau de Toilette umgehen, sich vielleicht vor einem Date nicht duschen, aber ich befürchte, damit wäre die angestrebte Wirkung eher nicht zu erzielen.
Wir leben nun einmal im 21. Jahrhundert und nicht in der Steinzeit. Ja, damals wäre so ein Date relativ einfach zum Erfolg zu führen gewesen.

„Du, Frau, scharfes Gerät!“
Keule raus, ihr einen übergezogen und gehofft, dass kein größerer und stärkerer Steinzeitmann vorbeikommt und einem die eben erlegte Beute streitig macht.
Ja, so wäre das Daten schon deutlich einfacher.
Leider funktionieren Dates im 21. Jahrhundert nach anderen Gesetzmäßigkeiten.
Und damit will ich zum Date von gestern kommen.

Grundsätzlich birgt so ein Date ja stets Überraschungspotential, selbst wenn das ganze über eine Online Dating Plattform gelaufen ist.
Man glaubt dann zwar die Eckdaten des Datepartners zu kennen, aber manchmal kann man sich da ziemlich irren.
Mein Date von gestern, nennen wir sie der Einfachheit halber …………..ja, nennen wir sie der Einfachheit halber Melanie, sollte 52 Jahre alt, 1,60 m groß und mit normaler Figur gesegnet sein, so zumindest ihre Angaben im Profil.
Sie hatte drei Fotos online, von denen zwei angeblich von einem Profi stammen sollten und das dritte ein Schnappschuss sein sollte. Alle Fotos waren Portraitfotos.
Zwischenbemerkung:
Bei der Zusammenstellung der Fotos für mein Profil habe ich sehr darauf geachtet eine ausgewogene Mischung zu finden, zwischen Portrait-, Halbkörper und Ganzkörperfotos.

Die Telefonate mit Melanie hatten ein ganz gutes Gefühl bei mir hinterlassen und irgendwie freute ich mich auch auf das Date.
Allerdings hätte ich gewarnt sein müssen.
Die Internetplattform, die ich nutze, gibt den Usern die Möglichkeit, Größe, Gewicht und Figur anzugeben. Melanie hatte zu Gewicht nichts geschrieben und wie bereits erwähnt, lediglich ihre Figur mit normal umschrieben.
Das hätte meinen Argwohn wecken müssen, da ich aber schon seit 7 Tagen keinen Sex mehr gehabt habe (der mit mir selbst zählt nicht), hatten meine überbordenden Testosteronwerte jede Vorsicht übersteuert.

Wir waren für 19:30 Uhr vor einem Restaurant verabredet und natürlich war ich pünktlich da. Ich hatte meine übliche Vorbereitungsroutine durchlaufen, also Duschen, Rasieren (Kopf, Gesicht, Körper, man weiß ja nie wie das Date endet und sollte also auf alle Eventualitäten vorbereitet sein) und nochmal gründlich Zähne putzen.
Outfitmäßig hatte Ich mich für einen schwarzen Anzug mit schwarzem T-Shirt entschieden, was mir jene geheimnisvolle, leicht bedrohliche Bad Boy Aura gibt, auf die viele Frauen so stehen. Ihr wisst schon, ich möchte einen Mann der mich in jeder Situation zu schützen versteht.
Ich nenne dieses unterbewusste Verlangen gern das Bodyguard Syndrom.
Egal wie emanzipiert Frauen sich gern geben, irgendwo tief in sich drin haben sie eine Ecke, in der sie nur kleine, schwache Frau sind. Und egal, wie tough sie sein wollen, wenn ein Mann dieses gewisse Etwas hat, diese Bad Boy Ausstrahlung, muskulös ohne primitiv zu wirken, Anzug statt Jeans, aber nicht overdresst, dann hat er schon fast gewonnen.

Und dieses Klischee kann ich exzellent bedienen.

So stand ich dann also fünf Minuten vor der verabredeten Zeit am verabredeten Ort und verströmte im schwarzen Anzug Pheromone und Testosteron, träumte von einer attraktiven Schwarzhaarigen, in Rock und Highheels.

Ich weiß nicht, wer von Euch, liebe Leser, schon einmal in einer solchen Situation war. Ich meine, warten auf ein Date, von dem man ein paar Fotos und die Eckdaten zu kennen glaubt, ohne sich wirklich sicher zu sein, was da auf einen zu rollt.
Diese Situation hat schon eine gewisse Spannung. Man steht da und wartet, schaut sich die auf einen zu kommenden Frauen an und denkt, bitte, nicht die, wenn es sich um Figur- oder Gesichtsschabracken handelt.
Oder, so wie gestern, man sieht eine Frau, dunkle Haare, kurzer Rock, hohe Stiefel und sehr sexy und denkt, oh ja, bitte, lass es die sein, nur um dann kurz hinter diesem engelsgleichen, zierlichen Persönchen einen deutlich massiveren Schatten auszumachen, der beim Anblick Eures geschätzten Autoren plötzlich wie wild zu winken beginnt.
Auch ein vorsichtiger Blick über meine Schulter führt nicht zur erhofften Erleichterung. Hinter mir war niemand, der wirkte, als gelte das begeisterte Winken ihm.
Die meinte tatsächlich mich. 
Mein Date entpuppte sich als tatsächlich 1,60m kleine Frau (auch schon die letzte Übereinstimmung mit meiner testosterongeschwängerten Fantasie) ca. 70 Kg Gewicht, welches sich vorwiegend an Po, Bauch und Oberschenkel abgelagert hatte, zugegeben auch ein wenig am Busen und einem Gesicht, das bestenfalls eine entfernte Ähnlichkeit mit den Fotos im Profil erahnen ließ.

So ein Scheiß.

Da sie aber auf den ersten Blick nicht völlig unsympathisch wirkte, wollte ich nicht unhöflich sein und so entschied ich mich gegen eine sofortige Verabschiedung und für eine freundliche Begrüßung.
Gerade wenn ich schon seit längerer Zeit keinen Sex gehabt hatte (der ausschließlich mit mir zählt nicht) kann ich mir manchmal eine Frau, die eigentlich gar nicht meinem Beuteschema entspricht, schön denken, indem ich mich auf Details ihres Körpers konzentriere, die mir tatsächlich gefallen.

Sie trug enge Jeans, die ihren ausladenden Po und die auffallend breiten Oberschenkel noch betonte, ein schwarzes T-Shirt, das mir leider noch nicht einmal ein ansehnliches Dekolletee zu bieten wusste, kniehohe schwarze Stiefel mit hohen Absätzen, denen es jedoch nicht gelang aus kurzen, dicken zumindest optisch lange und schlanke Beine zu machen.
Über dem T-Shirt hatte sie sich für eine taillenkurze Lederjacke entschieden, die aber auch nicht in der Lage war, aus einem Schlachtschiff ein schnittiges Schnellboot zu machen.

Hätte sie sich wenigstens für einen Rock entschieden. Ich bin sicher, mein Beinfetisch in Zusammenspiel mit einem heftigen Hormonschub hätte da noch was retten können, aber diese Jeans, die nun wirklich wenigstens konsequent durchgehend ihre Problemzonen noch betonten, ließen absolut kein Spiel für sexuell erregende Fantasien .
Für mich war klar, aus dieser Sache würde wohl nichts werden. Dennoch, eine Chance wollte ich ihr geben und nachdem ich ja nun schon mal hier war und ich Hunger hatte, konnte man ja wenigstens zusammen essen.

Und dann geschah wieder jenes seltsame Phänomen, das ich bereits des Öfteren habe beobachten können, ohne allerdings in der Lage zu sein, es auch zu erklären.

Je weniger ich an einer Frau interessiert bin, desto heftiger baggert sie mich an.

Und genau dieses Phänomen entwickelte sich während des Essens erneut.
Während ich noch damit beschäftigt war, irgendetwas sexuell anziehendes an ihr zu finden (ich versuchte sie mir nackt vorzustellen, mit gespreizten Beinen vor mir liegend, ihre dicken Titten zusammenpressend und sich lasziv über die Lippen leckend ………….. nichts), begann Melanie auf Teufel komm raus mit mir zu flirten.
Ihr wisst schon, die Klassiker. Perlendes Lachen, dezentes (oder vielleicht auch weniger dezentes) Zurückwerfen des Haars, scheinbar beiläufige Berührungen an Armen und Beinen, den direkten Blickkontakt suchen).

Heh, Melanie, das sind meine Tricks, Du kannst doch nicht ernsthaft glauben, mich mit meinen eigenen Waffen schlagen zu können.
Oh Mann, ich konnte nur noch daran denken, diesen Scheiß hinter mich zu bringen.

Sie erzählte mir dann in der viel zu lauten Geräuschkulisse des Restaurants halb brüllend, was sie schon alles mit ihrem Ex Mann erlebt hatte und welche anderen Dates sie schon gehabt hatte, immer wieder unterbrochen von dem ihrer Meinung nach koketten Lachen und Berührungen, von denen sie zu glauben schien, dass sie eine erotisierende Wirkung auf mich haben würden.

Ich glaube, das gestern war das längste 1 ½ stündige Date, das ich je hatte.

Ich vermute mal, irgendwann hatte dann auch die hormonüberschwemmte Melanie gemerkt, dass ich auf ihre Flirtversuche - positiv ausgedrückt - eher zurückhaltend reagierte und so kam das Date dann auch langsam und Gott sei Dank zu einem Ende.

Ich blieb bis zum Schluss höflich, brachte sie zu ihrem Auto und auf ihre Frage, ob man sich wiedersehen wolle, nuschelte ich ein paar klassische Belanglosigkeiten, wie zum Beispiel „grundsätzlich gern, lass uns in den nächsten Tagen telefonieren und was ausmachen“.

Regelmäßige Dater kennen natürlich die wahre Bedeutung dieses Satzes:

„Um Gottes Willen, bloß nicht. Bringen wir die Sache mit Würde zu einem Ende und ruf mich auf keinen Fall an.“

Ich saß kaum in meinem Auto, da hatte ich ihre Nummer bereits aus dem Speicher meines Handys gelöscht.
Ein zweites Date mit ihr?

Na klar, sicher, eher tacker ich meinen Schwanz auf dem Tisch fest (und ich steh definitiv nicht auf Schmerzen).

So, das soll es für heute gewesen sein. Ein enttäuschendes Date leitet eine Gott sei Dank kurze Woche ein. Heute Abend erwarte ich noch einen Anruf von Magdalena, 1,65 m, 53 Kg und blond und einer sehr attraktiven Hamburgerin, 1, 62, 58 Kg, dunkle Haare, extrem süßes Gesicht und sehr ansprechende Figur..

Beide sollten – zumindest figürlich – meinem Beuteschema entsprechen.

Mal sehen, was die Telefonate so bringen.
Und natürlich an dieser Stelle die übliche Erinnerung.

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Und Themen, über die ich schreiben will, gibt es noch genug.


Für heute soll es reichen. Ich wünsche Euch einen schönen Abend und verbleibe bis zum nächsten Eintrag
Euer Nighthunter

8.6.16 20:43

Letzte Einträge: Berliner Sommerfrauen

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(8.6.16 22:15)
Nur eine Frage du Frauenversteher : Wie alt bist du?


(9.6.16 10:03)
Nur eine Gegenfrage:
Männlein oder Weiblein


(14.6.16 17:34)
Auf jeden Fall sehr geile Schreibweise weiter so (männlich 50 Jahre) sprart weitere Fragen

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